Indienhilfe Siegburg Prem Sadan e.V.
Den vollständigen Rundbrief können Sie hier herunterladen. (ca. 11MB)

Rundbrief im November 2016

Liebe Freundinnen und Freunde der Helpers of Mary,

schon wieder ist fast ein Jahr vergangen, in dem wir dank Ihrer großzügigen Mithilfe die wundervolle und segensreiche Arbeit der Schwestern der „Helpers of Mary“ in Indien erfolgreich unterstützen konnten. Die Generaloberin Sr. Stella hat sich mehrfach in diesem Jahr bei uns für diese generöse Wohltätigkeitsarbeit mit liebevollen Worten bedankt und uns über die aktuellen Entwicklungen, die unsere konkrete Unterstützung betreffen, informiert.
Sie schreibt: „Mit großer Dankbarkeit und Bewunderung für eure wundervolle, oft kreative Hilfe senden wir euch herzliche Grüße aus Indien. Ihr bringt Licht in das Leben von Hunderten von Kindern, Slumbewohnern, Alten, Kranken und Behinderten. Dank eurer Hilfe fühlen wir uns nicht alleine gelassen, besonders in der täglichen Arbeit für Mädchen und Frauen. Das Jahr 2016 stand im Zeichen langer Dürreperioden, sowohl in Mumbai als auch in den ländlichen Gebieten wie z.B. in Latur. Brunnenprojekte der Marys konnten die Not ein wenig lindern. Auf politischer Ebene haben wir mit den strengen Auflagen der hindu-nationalistischen Regierung unter Ministerpräsident Modi und seiner BJP-Partei zu kämpfen Wir konnten jedoch bislang auch unsere nun streng überwachten Kinderheime erfolgreich weiterführen.“

Zu Latur äußert sie: „Es ist wunderbar zu sehen, wie unser Selbsthilfeprogramm für Mädchen und Frauen in den Dörfern wirkt. Die Frauen machen enorme Fortschritte. Sie sind trainiert, der oft harten Realität ins Auge zu schauen und finden Lösungen für Probleme wie Misshandlungen, Kinderheirat und Alkoholismus. Viele erkennen die Bedeutung der schulischen und beruflichen Ausbildung. So werden Mädchen z.B. zu Krankenschwesterschulen geschickt.“

In Prem Sadan leben derzeit 75 Mädchen. Wir erfahren aus den Briefen der Generaloberin Sr. Stella die beruhigende Mitteilung: „Die Mädchen im Heim leben sicher, werden gut versorgt, ausgebildet und erzogen. Wir vermitteln ihnen moralische Werte und versetzen sie in die Lage, ein selbständiges Leben zu führen und z.T. sogar ihre Familien zu versorgen.“

Diese Nachrichten stärken unsere Zuversicht, dass wir in Indien eine wertvolle Entwicklungszusammenarbeit fördern. Ich freue mich darauf, nun im Februar 2017 mit meiner Frau nach Indien zu reisen. Wir werden das Kinderheim Prem Sadan besuchen und uns vor Ort einen persönlichen Eindruck von der Situation machen und sicher neue Anregungen für unsere Unterstützung erhalten. Ich wünsche Ihnen frohe Advents- und Weihnachtstage und alles Gute für 2017. Bitte beachten Sie im Brief den Hinweis auf ein großartiges Konzert am 29.1.2017.

Ihr Norbert Noll

Jagurti und Dhanashri - endlich ein glückliches Zuhause

Sr. Regina, die Leiterin des Kinderheims Prem Sadan, berichtet uns im November über zwei Mädchen, die aus miserablen sozialen Verhältnissen kamen und nun im Heim ein neues hoffnungsvolles Zuhause gefunden haben.

Jagurti Dalvi, dreieinhalb Jahre alt“, so schreibt sie „ist eine von ihnen. Sie kommt aus dem überbevölkerten Malwani-Slum und verlor ihre Mutter, als sie erst zwei Monate alt war. Seit dem Tod ihrer Mutter lebte sie bei ihrer alten Großmutter in einer kleinen baufälligen Hütte. Die Großmutter war jedoch letztlich nicht in der Lage, für sie zu sorgen, zumal sie sich noch um den Großvater, der sein Augenlicht verloren hatte, kümmern musste. Immer, wenn sie ihn ins Hospital brachte, war Jagurti alleine zurückgelassen, streunte umher, ohne etwas zum Essen zu erhalten. Der Vater arbeitet als Fahrer und kommt nicht regelmäßig nach Hause. Als wir diese schlimmen familiären Bedingungen und die unsichere Situation des Kindes sahen, haben wir uns um Jagurti bemüht und sie schließlich bei uns aufgenommen. Jetzt ist es so schön zu sehen, wie gerne und eifrig sie in den Kindergarten geht, sauber und fein angezogen, den Schulranzen über der Schulter. Prem Sadan ist überhaupt eine völlig neue Welt für sie: Sie hat Freundinnen zum spielen und eine wunderbare große Familie, die sich um sie kümmert.“

Dhanashri Ghadigavakar (auf dem 4. Foto von oben ganz links) ist ein sieben Jahre altes Mädchen, das seit zwei Jahren im Heim lebt. Sr. Regina schreibt: „Sie ist ein fröhliches und glückliches Mädchen, obwohl sie aus sehr problematischen Verhältnissen kam. Ihr Vater war Alkoholiker und starb an Tuberkulose. Die Mutter war geisteskrank, lungerte herum und belästigte die Familien der Nachbarschaft. Als diese sich bei der lokalen Polizei beschwerten, wurde sie in die Psychiatrie eingewiesen, die sie jedoch schon bald wieder verlies. Erneut streunte sie herum. Die kleine Dhanashri war sich selbst überlassen und überwältigt von zu viel Seelenschmerz für eine Fünfjährige. Tag und Nacht gequält vom Bild der Mutter, die halbnackt herumlief und von den Nachbarn gejagt wurde. Trost fand sie nur bei einer Tante, die sie in ihrem Haus aufnahm. Deren Ehemann und die übrigen Verwandten akzeptierten das Mädchen jedoch nicht. Man schickte sie nicht zur Schule, behandelte sie nicht als Kind und missbrauchte sie als Haushaltshilfe. Ein Paar aus der Nachbarschaft meldete sich, um Dhanashri bei sich aufzunehmen. Dies verweigerte die Tante, willigte jedoch ein, das Kind in ein Waisenhaus zu bringen. Mit viel Mühe und Überzeugungskraft gelang es dem Paar, sie nach Prem Sadan zu bringen. Die örtliche Wohlfahrtsbehörde genehmigte schließlich unsere Obhut über das Kind. Heute - zwei Jahre später - ist sie ein liebreizendes und hübsches Mitglied unseres Heims. Sie lacht, läuft und springt vor Freude mit ihren Freundinnen herum. Sie geht in die erste Klasse der Schule und ihre schmerzliche Vergangenheit erscheint wie weggewaschen.“

Erfolgreiche und schöne Veranstaltungen prägten das Jahr des 30jährigen Bestehens der Indienhilfe Siegburg.

Im Februar durften wir in der Servatiuskirche das Collegium Musicum und den Kammerchor aus Bad Honnef begrüßen, die unter der Leitung von Rolf Beitzel mit einem großartigen Konzert unser Festjahr einläuteten. Sportlich ging es im März weiter mit den ehemaligen Fußballstars des 1.FC Köln, die zu einem Benefizspiel gegen die Lehrer des Anno-Gymnasiums in die Vierfachturnhalle der Schule kamen. Das Gymnasium trat im Laufe des Jahres gleich mit mehreren Veranstaltungen wieder als Hauptsponsor unseres Vereins in Erscheinung: Der jährliche Sponsorenlauf der Fünftklässler sowie Getränke- und Speisenverkäufe bei Elternsprechtagen, Konzerten und Fußballturnieren, der Auftritt der Lehrerband, die Kreativwerkstatt unter der Leitung von Frau Helga Dettlaff brachten die enorme Summe von 8.225,25 € ein. Ein besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang dem neuen Schulleiter, Herrn Sebastian Kaas, der, wie seine Vorgänger im Amt, die Indienhilfe als wichtigen sozialen Baustein des Gymnasiums schätzt und unterstützt. Weiterhin sind es im vergangenen Jahr besonders die Lehrerinnen Frau Martina Rack, Frau Edith Marx, Frau Juliane Schwamborn, Frau Petra Staszyk und Frau Michaela Glose-Wüstemeyer gewesen, die sich - ebenso wie die Sportlehrer Herr Michael Leyendecker, Herr Stefan Grünewald und Herrn Achim Werner - mit besonderem Einsatz für die Indienhilfe engagiert haben.

Anfang September fand im Ev. Gemeindehaus eine gelungene und gut besuchte Festveranstaltung zum 30.Jubiläum statt. Neben Siegburger Mitgliedern und Spendern durften wir auch einige langjährige Freunde und Gönner aus anderen deutschen Helfergruppen begrüßen. Ein Rückblick des langjährigen Vorsitzenden Hermann Morgenstern, Dokumentationen über die segensreiche Arbeit der Marys und kulinarische Genüsse aus Indien prägten die schöne Veranstaltung. Der Waffelverkauf auf dem Marktplatz beim Kinder- Jugend- und Kulturfest sowie beim verkaufsoffenen Sonntag im November, mit der engagierten Hilfe von Gabi, Johanna, Anandi und Inge Morgenstern, sowie Deepak Plattmann, Ulrike Molitor und Sabine Jeschinoswki mit ihren Kindern, erbrachte 1.160 €. Weitere Spenden erhielten wir von der Stadt Siegburg, die uns wieder mit 1.250 € für die kommunale Entwicklungszusammenarbeit bezuschusste. Herzlich bedanken möchten wir uns auch bei den vielen treuen Mitgliedern und Spendern, die die finanzielle Basis unseres Vereins bilden. Immer wieder freuen wir uns auch über Einzelspenden aus besonderem Anlass. Zwei Geburtstagsfeiern verschafften uns 1.030 € , Zahngoldspenden und das Sommerfest einer Zahnarztpraxis weit über 5.000 €.

Ausblick auf das Neue Jahr 2017

Ein großartiges Konzert dürfen wir am 29. Januar um 16.00 Uhr in der Servatiuskirche erwarten. Wir freuen uns auf Matthias Schlubeck, einen der anerkanntesten und besten Panflötisten der Welt und die bekannte Harfenistin Isabel Moreton. Matthias Schlubeck hat sich vor allem im Bereich der Interpretation der Klassik einen Namen gemacht. Staunen und erleben Sie die Vielseitigkeit der von Schlubeck gespielten rumänischen Panflöte. Isabel Moreton wird ihn an der Harfe begleiten. Sie ist eine der herausragendsten Harfenistinnen unserer Zeit und hat nationale und internationale Wettbewerbe gewonnen.

Wir freuen uns auf dieses wunderbare Gastspiel der beiden exzellenten Musiker. Bitte merken Sie sich den Termin bereits vor. Im Januar erfolgt noch einmal eine Einladung. Weiterhin ist in Zusammenarbeit mit dem TC Rot-Weiß Troisdorf (wahrscheinlich im Mai, Juni) eine Spendenwanderung durch die Wahner Heide geplant. Das Anno-Gymnasium wird wie immer einige Veranstaltungen zugunsten der Indienhilfe durchführen. Und natürlich freuen wir uns, bei den Waffelverkäufen auf dem Siegburger Marktplatz (September / November) wieder viele Bürger/innen zu bewirten.
www.indienhilfe-siegburg.de